Welche Energie Optionen haben wir
Die Realität unserer Energieversorgung
Die Energieversorgung vergangener Jahrzehnte war durch ihre Einfachheit und Nachvollziehbarkeit geprägt:
In vielen Regionen des Landes waren große Kraftwerke – betrieben mit Gas, Öl, Kohle und Torf – weithin sichtbar, und deren Kühltürme verdeutlichten anschaulich die momentan benötigte Leistung. Der aufsteigende Wasserdampf war ein deutliches Indiz für die bereitgestellte Strommenge. Die Energieversorgung hatte sich durch Stabilität, Planbarkeit und eine allgemein akzeptierte Alltäglichkeit ausgezeichnet.
Im Falle eines Stromausfalls wurden umgehend Reparaturmaßnahmen eingeleitet, und die zentrale Anlage stellte ihre Funktionstüchtigkeit wieder her. Panik war kaum verbreitet, und das Wort "Engpass" fand selten Einsatz. Die Systeme waren robust, und die Bevölkerung konnte sich auf die zuverlässige Verfügbarkeit von Energie verlassen – ohne Stress und ohne Furcht.
Viele der in den 1950er-Jahren errichteten Kraftwerke sind bis heute weltweit in Betrieb. Diese Anlagen sind nahezu ein Jahrhundert alt und erfüllen weiterhin ihren Zweck.
Mit der Zeit vollzog sich jedoch ein globaler Wandel:
Die Idee, Energie aus Sonne, Wind und Wasser zu generieren, wurde mit den besten Absichten verfolgt. Drei natürliche Elemente sollten die Grundlage einer neuen, nachhaltigen Zukunft bilden. Die Umsetzung dieser Idee lief jedoch häufig entgegen den Naturgesetzen der Energieerzeugung und orientierte sich stärker an wirtschaftlichen Interessen.
Diese Transformation wurde zu einem weitreichenden Experiment, das erhebliche Erwartungen weckte – sowohl für Unternehmen als auch für Staaten und die globale Wirtschaft. Während die Märkte wuchsen, erfuhren viele Menschen trotz steigender Löhne eine reale Armutszunahme. Energiepreise stiegen, Märkte erlebten starke Schwankungen, und die Sicherstellung der Energieversorgung wurde zunehmend komplexer.
Heute stehen wir der Realität ins Auge:
Wir haben Fehler gemacht.
Wir benötigen nun Lösungen, die uns die Stabilität zurückgeben, die früher als selbstverständlich galt.
Dieses Experiment hat lange genug angedauert.
Die Realität erfordert eine technische Neuausrichtung, nicht eine ideologische.
Die Zukunft erfordert keinen Rückblick in die Vergangenheit.
Sie verlangt funktionierende Systeme.
Um dies zu erreichen, müssen wir zunächst verstehen, wie Energie tatsächlich funktioniert:
Photovoltaik, Windkraft, Speicher, Netze und Lastprofile – die essenziellen Grundlagen moderner Energieversorgung.
Die Naturkreisläufe der Energie
Alles, was in einer Energiezentrale passiert, folgt den Naturgesetzen der Erde.
Wir nutzen Brennstoffe, die die Erde über Millionen Jahre geschaffen hat – Kohle, Gas, Öl.
Mit ihnen erzeugen wir Wärme, die Wasser verdampft und Turbinen antreibt.
Das Wasser geht nicht verloren. Es kehrt im natürlichen Kreislauf zurück – als Dampf, als Wolke, als Regen.
Wasserdampf aus Kühltürmen ist nicht gefährlich.
Er besteht fast vollständig aus Wasser – einem der grundlegendsten Elemente unseres Planeten.
Viele Menschen haben heute Angst vor diesen Bildern, obwohl sie jahrzehntelang ein Symbol für Versorgungssicherheit waren.
CO₂ ist ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre.
Es löst sich in Wasser, es wird von Pflanzen aufgenommen, es ist Teil des Lebens.
Wir haben es in den letzten Jahren zu einem Feind erklärt,
statt zu verstehen, dass es ein Naturstoff ist, der in Kreisläufen arbeitet.
Die Natur funktioniert nicht in Ideologien.
Sie funktioniert in Prozessen, Kreisläufen und Gleichgewichten.
Energiezentralen waren Teil dieser Kreisläufe – stabil, berechenbar, zuverlässig.
Heute haben wir diese Basis zu schnell aufgegeben,
ohne zuerst ein neues stabiles Fundament zu bauen.
Darum sage ich klar:
Wir müssen keine Angst vor Energiezentralen haben.
Wir müssen Angst davor haben, die Grundlagen zu vergessen, die unsere Gesellschaft getragen haben.
Die verlorene Sicht auf die Kreisläufe
Als Kind sah ich die Welt einfach:
Dampf stieg aus den Kühltürmen, wurde zu Wolken, und Wolken brachten Regen.
Regen machte die Felder grün, und das Grün brachte Nahrung.
Für mich war das ein Kreislauf des Lebens – sichtbar, verständlich, beruhigend.
Heute haben wir Milliarden investiert, um Industrie und Energiezentralen „sauber“ aussehen zu lassen.
Dampf wurde unsichtbar gemacht, Kreisläufe wurden versteckt, und plötzlich hatten wir Angst vor Bildern, die früher selbstverständlich waren.
Wasserdampf ist kein Gift.
Er ist Teil der Natur, Teil des Wasserkreislaufs, Teil dessen, was Leben möglich macht.
Früher sahen wir diese Prozesse – heute haben wir sie aus unserem Blickfeld entfernt.
Wir haben nicht die Natur zerstört,
aber wir haben den Kontakt zu ihren Abläufen verloren.
Wir haben vergessen, wie Kreisläufe funktionieren,
und wir haben Angst vor Dingen entwickelt, die wir nicht mehr sehen.
Darum sage ich:
Wir müssen zurück zu einem Verständnis der Natur
nicht technisch, sondern menschlich.
Zu den Kreisläufen, die uns getragen haben.
Die verlorene Sicht auf die Kühlungkreisläufe
Wir haben über Jahrzehnte hinweg natürliche Kühlungssysteme durch technische Alternativen ersetzt.
Früher war Kühlung sichtbar:
Wasser verdunstete, stieg auf, bildete Wolken, brachte Regen und hielt die Erde im Gleichgewicht.
Diese Kreisläufe waren einfach, logisch und im Einklang mit der Natur.
Sie nutzten:
- Wasser
- Luft
- Schwerkraft
- Verdunstung
Und jeder konnte sehen, wie sie funktionierten.
Mit der Zeit wurden diese offenen Systeme durch geschlossene, mechanische Anlagen ersetzt.
Sie arbeiten mit:
- Pumpen
- Kompressoren
- chemischen Kältemitteln
- hohem Energieverbrauch
Sie sind unsichtbar, komplex – und sie trennen uns von den natürlichen Rhythmen, die früher selbstverständlich waren.
Wenn Verdunstung verschwindet, verschwinden auch Wolken.
Wenn Wolken fehlen, fehlt Regen.
Wenn Regen fehlt, trocknen Böden aus.
Und wenn Böden austrocknen, verliert die Erde ihre Balance.
Wir haben nicht nur Technik verändert.
Wir haben unsere Sicht auf die Kreisläufe verloren, die uns seit Jahrtausenden getragen haben.
Doch die Erde erinnert uns.
Manchmal durch Schnee.
Manchmal durch Regen.
Manchmal – wie heute – durch einen kleinen Sturm, der in Gießen alles gießt, was lange gefehlt hat.
Die Kreisläufe sind nicht verschwunden.
Wir haben nur aufgehört, sie zu sehen.
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